Samstag, 11. August 2012

London, eine rockende Stadt

Ende Mai hätte ich gelacht, wenn man mir gesagt hätte, dass ich am 24. Juli ein geniales und langes (dennoch aber viel zu kurzes) Wochenende in London hinter mir haben würde. Doch so war es, und die Eindrücke dieses Besuches in dieser Stadt, die ich herrlich finde, sind ganz einfach überwältigend. Lang, lang ist‘s her, dass ich zuletzt in dieser Stadt war: 20 Jahre, damals hab‘ ich mir noch fast in die Windeln gemacht. Der Wahnsinn, wie die Zeit vergeht (nicht nur während eines Besuches in dieser grandiosen Stadt).



Ja, ich spinn' halt mal wieder ein wenig...

Nun flog ich mit einem Freund und einer Freundin von ihm von Memmingen nach London. Diese Stadt hat mich derartig umgeschmissen, sodass zwei Dinge klar sind:
1. Ich werde garantiert wieder London besuchen
2. Hier wird in den nächsten Tagen dieser Bericht über meine Zeit in London fortlaufend erweitert, wenn ich auch nicht weiß, weshalb ich das nicht nur für mich, sondern für die ganze Welt aufschreibe. Nun ja, für meine Familie schon, und auch für jene, die mit mir in London waren. Aber ich freue mich, wenn auch sonst Leute zufällig auf diesen Post stoßen sollten.

Drei Tage sind natürlich ein lächerlicher Witz, um London zu entdecken. Dass das unmöglich ist, das weiß jeder. Dennoch hab‘ ich selbst in dieser sehr kurzen Zeit verdammt viel erlebt und kann nur sagen: YEAH!
Hier zunächst ein Beginn, mehr dann (mit vielen weiteren Fotos) in den nächsten Tagen...


Picadilly Circus
Verdammte zwanzig unglaubliche Jahre mussten vergehen, ehe ein guter Freund mir Anfang Juni den Vorschlag machte, irgendwann dieses Jahr einen Wochenendtrip nach London zu unternehmen. Tja, und drei Wochen später waren Hin- und Rückflug sowie Hotel gebucht und es stand fest: „London’s calling“.
An meinen ersten Besuch in dieser Stadt, der 1992 stattfand, habe ich nicht mehr so viele Erinnerungen. Wir wohnten bei Gastfamilien, erlebten Ladeneinbrüche, spazierten an den Tenniscourts von Wimbledon und total einbetonierten Bäumen vorbei, waren natürlich beim Buckingham Palace, besuchten den damals noch existierenden Rock Circus, in dem man über Kopfhörer ständig entsprechende Musik und Infos zu den Musikern hörte, vor deren Wachsfigur man stand. Irgendwann 2001 oder so wurde der Rock Circus aber geschlossen (was ich nicht kapieren kann, weil ich ihn sehr cool fand). Einzelne Figuren kamen meines Wissens zu Madame Tussauds. Auch dort waren wir damals, so wie wir auch im Starlight Express Musical waren. Nun... All das ist Vergangenheit und liegt vom Gefühl her 38 Jahre zurück, oder so.
"Mind the Gap" rockt!

Doch Ende Juni 2012 stand fest: Am 20. Juli werde ich nicht nur endlich wieder London besuchen, sondern zudem zum ersten Mal in meinem Leben (im Alter von 36 Jahren; ja, so etwas gibt es noch) fliegen. Und zwar nicht nur auf die Fresse, sondern wirklich und in echt. Los ging‘s am frühen Nachmittag des 20.7. von Memmingen aus. Wir ließen herrliches (eigentlich aber zu warmes) Wetter hinter uns und flogen in nicht minder sonniges Wetter nach Großbritannien. In London-Stansted kamen wir mit einer heftigen Landung etwa dreißig Minuten verspätet an. Wie das da so rumpelte und das Flugzeug arg unsanft aufsetzte, konnte ich mir ein „Das nenn‘ ich Rock ‚n‘ Roll“ nicht verkneifen. :)
Ob ich Flugangst hatte? Nun… Damals eigentlich wirklich nicht, aber wenn ich ganz ehrlich bin, muss ich schon gestehen, dass ich ziemlich erleichtert war, als die Ryan Air-Maschine aufsetzte. Während des Hinflugs waren leider fast nur Wolken zu sehen, während des Rückflugs (wieder verspätet und wir erlebten Whiskey-Slapstick kurz vor der Kontrolle nach dem Einchecken, da musste schnell noch ne halbvolle Flasche Whiskey vernichtet werden. Doch da hatten wir uns getäuscht, hätte gar nicht sein müssen) war die Sicht (sowohl beim Hin- wie auch beim Rückflug saß ich am Fenster) bombastisch. Als winzige Pünktchen sah ich die Autos, den ganzen Flug über einfach nur ne Hammersicht.
Nahe Camden Town - einfach faszinierend.
Oh, ich kann mich gut erinnern, wie ich mich freute, aus dem Flugzeug zu steigen und in meinem Hives-T-Shirt irgendwann gegen 15:45 Uhr britischer Zeit den Boden zu betreten und fast (leider nur) drei - wie ich da noch nicht wissen konnte - wirklich überwältigende Tage vor mir zu haben.
Vielleicht fragt sich, wer auch immer diese Zeilen nun liest, ob ich irgendwann auch noch über London schreibe, möglicherweise rätselt auch ein Leser darüber, warum zur Hölle ich diese Erinnerungen nicht einfach für mich aufschreibe. Nun, eigentlich schreibe ich sie nur für mich auf, aber wer Lust dazu hat, kann diesen kleinen Bericht, in dem es auch ganz sicher ein wenig um musikalische Eindrücke gehen wird, gerne lesen. Vielleicht möchte ich einfach zeigen – weshalb auch immer – dass mich London total umgeschmissen und begeistert hat. Im Vorfeld hatte ich mich zwar total gefreut, aber war mir gar nicht so sicher, ob und wie sehr es mir dort gefallen würde. Tja, in der Folge wird dieser kleine Bericht, in dem auch nur bestimmte Erlebnisse und Eindrücke festgehalten sind, alles andere als chronologisch sein. Ich möchte die Eindrücke „aus mir raus schreiben“, und das funktioniert nicht anders, als dass ich dabei ganz spontan vorgehe.
Wer hier noch weiterliest: Vielen Dank. Ich freue mich darüber. Sehr gerne hätte ich in diesem Bericht auch eine von mir erstellte Fotoshow, die neben Fotos auch Videos und London-typische Musik enthält (Lieder mit „London“ im Namen zum Beispiel), präsentiert. Da Musik aber natürlich rechtlich geschützt ist, kann ich das leider nicht machen.
Die Millenium Bridge. Wie das so ist,
sahen die ständig wechselnden Farbtöne
natürlich in live Millionen Mal cooler aus.


London, Großbritannien: Der Wahnsinn. Ich hab‘ irgendwie ganz schnell gespürt, dass ich diese Stadt lieben würde, und so geschah es dann auch. Ich kann hier nicht chronologisch der Reihenfolge nach schreiben, so funktioniert das nicht. Was erlebte ich in London? Ich erlebte viele Dinge nicht. Ich besuchte nicht das Wembley Stadium, verzichtete angesichts der Uhrzeit und hunderter wartender Personen diesmal auch auf Madame Tussauds, und den guten, alten Rock Circus gab es leider auch nicht mehr.
Warum soll ich hier überhaupt irgendwas über London schreiben? Kennt wohl jeder, und wenn ich ehrlich bin, ergibt es eigentlich gar keinen Sinn, dass ich hier meine Eindrücke Londons niederschreibe, weil wen sollten die interessieren? Ich mache es aber trotzdem, Jacke wie Hose, wen interessiert‘s? Viel Spaß beim Weiterlesen.

Den einzigen Regen erlebten wir, während wir mit einem sündhaft teuren Bus vom Flughafen zur Victoria Station fuhren (fast zwei Stunden; ich dachte schon, wir sind in Japan oder so) und mich hämmernde Kopfschmerzen wegen der ätzenden Sonne plagten. Aber das ist nun wirklich uninteressant. Schon beim ersten Umsteigen in die Undergroundbahn, also die sogenannte „tube“, las ich erste Stationsnamen, die für mich wie Liedertitel klangen.
Also wirklich: Mich schmissen London und all die dort aufgesaugten Eindrücke und Erlebnisse total um und für mich stellte sich ganz schnell heraus: London rockt. Ich liebe diese Stadt. Menschen ohne Ende, und wir mitten drin, mit lächerlich wenig Handgepäck, noch alle drei etwas planlos, aber wir kämpften uns durch. Bevor es nämlich mit dem London-Erleben so richtig losgehen konnte, mussten wir erstmal mehr oder weniger (etwas übertrieben) vom einen Ende Londons ans andere Ende. Und so kamen wir erst irgendwann nach 20 Uhr in Richmond an (nein, wir waren nicht total besoffen). ;)
Die Sightseeingtour
mit dem Bus war cool.

Das Hotel, ja nun... Das Hilton war das nicht, auch das Ritz nicht, das Quinns Hotel kann man leider wirklich nicht empfehlen, derart abgefuckt und schmutzig, wie es ist, auch wenn das irgendwo Punkrock ist und wenn ich ehrlich bin auf gewisse Weise auch ganz gut zu unserer Zeit in London passte. :) So runtergekommen, wie das „Hotel“ (eher eine bessere Jugendherberge) aber auch war, das Personal war okay. Doch weil die Hotelkosten sich – obwohl sie gering waren – nicht eben gerade mit dem Zustand des Schuppens deckten, futterte ich zum Frühstück endlos lange und viel. Oh, und die Duschen (beide – dort gab es in dem Stockwerk 2 „Gemeinschaftsbäder“) waren total im Arsch. So duschte ich Samstagfrüh und merkte erstmal lange nicht, dass das Bad schon halb unter Wasser stand (kein Wunder, wenn das meiste Wasser am Schlauch durch die Gegend spritzt, während man sich wundert, warum so wenig Wasserstrahlen aus dem Duschkopf kommen). :) Fairerweise möchte ich schreiben, dass das Frühstück wirklich (abgesehen vom langweiligen „Kaffee“) sehr ausgiebig war für den billigen Preis.
Der Beatlesstore in der Baker Street

Tja, ich planloser Typ hatte keinen Adapter und somit nur zwei Akkus für mein Handy, mit dem ich eigentlich gerne so sehr viele Bilder hätte machen wollen. Eine Kamera wollte ich mir vor Ort aber dennoch nicht kaufen, zu teuer. Und irgendwie nimmt man das alles doch am besten und schönsten im Kopf, im Herzen, in der Erinnerung mit.


Im Laufe der nächsten Tage werden hier viele Erinnerungen bzw. Erlebnisse ergänzt. Dann teilweise aber wirklich nicht mehr der Reihenfolge nach, sondern nur die Dinge, die irgendwie eine Erwähnung verdienen. Oh, und das waren eigentlich verdammt viele, wenn ich so darüber nachdenke... Ich habe das Gefühl, so wirklich kurz wird dieser „Reisebericht“, den ich im Grunde für mich und meine Mitreißenden (das „ß“ ist Absicht und außerdem geklaut, gell Reinhard?) :) schreibe, irgendwie nicht.

Also okay, ich glaube, ich bin der englischen Sprache eigentlich ganz gut mächtig (dachte ich zumindest). ;) Wenn dann allerdings die Engländer in irgendwelchen Slangs komisch schnell oder undeutlich (und gelangweilt) daherreden, konnte ich‘s manchmal doch nicht verhindern, der Bequemlichkeit halber einfach mit dem Kopf zu nicken (und das Beste zu hoffen).
Sehr cool, ein Psychopath
vor "The World's End". ;)
Am coolsten ist der Opa, der guckt.

OK, als mal wieder Raucher (Scheißsucht) merkt man wohl in Großbritannien, dass man etwas blöd war, nicht 2-3 Schachteln mitgenommen zu haben. An die 8 Pfund für eine Schachtel (in England ja mit Warnungsbildchen) sind dann doch immerhin 10 Euro, aber na gut. Finde ich eigentlich sogar richtig, solch einen Preis dafür. Ums Rauchen soll es hier nun wirklich nicht gehen, ungesund genug, dieser Blödsinn. Und das Becks-Sixpack, das ich am Piccadilly Circus kaufte: Also irgendwie wollen die uns wohl veräppeln. Alles nur 0,275 l, kostet aber doppelt so viel wie in Deutschland. Doch wie man nun einmal weiß, ist London natürlich nicht gerade billig (oh, außer am letzten Tag der Besuch beim Lidl, wo ich aber nix mehr kaufte).


Naja, wir hatten unglaublich viel Spaß in London und so viel erlebt. Ich will mal eben anreißen (nachdem ich schon geschrieben habe, was ich alles nicht erlebt habe - wie Millionen weitere andere Dinge), was wir so unternommen und gesehen haben. Am liebsten wäre ich 3-4 Wochen geblieben, um zumindest ein ganz kleines bisschen mehr aufnehmen zu können. Aber was will man in drei mickrigen und lächerlichen Tagen in London alles machen? Oh, wir haben uns sehr viel vorgenommen und auch viel davon tatsächlich erlebt, manches aber auch leider nicht. Schon alleine daher weiß ich, dass ich in nicht so ferner Zukunft wieder nach London fliege.
In der Baker Street nahe des Regent‘s Parks
(wo sich eingebildete Enten aufhalten und
verlorene Schlüssel ebenso wie Reinhard
und Linus rumliegen).
Quer gegenüber der Beatles Store und das
Sherlock-Holmes-Museum. Eine Sekunde nicht
mehr daran gedacht, dass in Großbritannien
alles andersrum ist, wurde ich tatsächlich
direkt nach diesem Foto fast von einem
roten Bus überfahren (ich drehte mich in
Gedanken verloren um, schaute aufs Handy,
und trat schon auf die Straße, 10-20 cm
trennten mich und den (schnellen) Bus.
Was soll ich schreiben, wie man merkt, hab‘
ich nochmal Glück gehabt).
Ich wollte sowieso nach Großbritannien (also mal Urlaub meine ich und das kennenlernen), weil ich viele britische Bands und Einzelmusiker total toll finde. Natürlich beginnt das bei den Beatles, geht über die Kinks und die Rolling Stones sowie die Sex Pistols (auch wenn ich die nicht so oft höre). Bands wie Oasis, The Clash, Pink Floyd, Künstler wie Patrick Wolf. Also schon vom Musikalischen her wollte ich mal erleben, wie all das auf mich wirken wird, wenn ich mal nach London fliege.
 Und yo, was soll ich schreiben? Hammer. Milliarden Eindrücke und sehr viele davon musikalischer Herkunft. Finde ich sowieso unglaublich toll. Man läuft da in Camden Town an den ganzen Ständen vorbei, hört an einer Ecke Punkrock, 10 Meter weiter Jazz, dreizehn Meter weiter Triphopwasweiß ich, dort Techno, da klassische Musik.
So wie diese vielen völlig unterschiedlichen Kulturen, all die sich so unterscheidenden Menschen da in Großbritannien bzw. in London. Also wirklich Wahnsinn, für mich total faszinierend. Es roch sogar alles anders als in Deutschland. So viele verrückte Menschen, coole (und manchmal konfuse) Gespräche, das ist einfach alles herrlich.
Nun, irgendwie komme ich vom Plan ab, mal ein bissel zu umreißen, über welche Dinge ich die nächsten Tage ein bisschen hier schreiben werde. Selbstverständlich werden auch einige Fotos hier eingebaut. Was besuchten und erlebten wir? Wir waren im Somerset House und sahen uns eine total tolle Ausstellung mit seltenen und alten (riesigen) Fotos der Rolling Stones an, wir machten eine Bus-Sightseeing-Tour bei herrlichstem Nachmittagssonnenschein und coolem englischen Livekommentar, besuchten Speaker‘s Corner im Hyde Park (und lauschten einem sehr leicht auf die Palme zu bringenden Steven). Und außerdem war das herrlich, dort im Hyde Park im Gras zu liegen und mal ein paar Minuten von all dem vielen auf einen Einprasselnden an Bildern, Geräuschen und Menschen Pause zu machen. :)

Diese coolen Telefonzellen...

Im Sightseeing-Bus ging es am Sonntagmittag vorbei an Appartements nahe des Hyde Park, in denen einzelne Bandmitglieder der Beatles gelebt haben, an jenem Hotel, in dem Jimi Hendrix starb, vorbei am Buckingham Palace, über die London Bridge, vorbei am MI:5. Wir besuchten die Modern Art Gallery Tate Modern (sehr, sehr interessant, diese „Videokunst“ bzw. filmisch festgehaltene Musik, Texte, …), wir machten eine Bootsfahrt auf der Themse und was soll ich sagen?
„MIND THE GAP, PLEASE!“ ließ mich und Reinhard – einmal gehört – einfach nicht mehr los. Mysteriös und düster (eigentlich gar nicht, aber ich bilde mir das gerne ein) spricht jener Typ vom Band diese Worte und wir hatten gar keine Wahl: So wie wir – inspiriert durch all die musikalischen Eindrücke – ständig Lieder vor uns hin sangen (und belustigte oder auch erschreckte Blicke – angesichts des grauenvollen Gesangs von mir? – dafür ernteten). So standen wir auch in der Undergroundbahn da und ließen die Leute wissen: „Mind the gap, please!“. Fast wäre ein cooles T-Shirt mit diesem Spruch zusammen mit mir zurück nach Deutschland geflogen, aber ich hab‘s ebenso vergessen wie bereits jetzt so manches Erlebnis und Gesehene in London.
Kult!


Auf jedem Fall stellte Reinhard fest (und das stimmt wirklich): Fast jeder liest während der Fahrt, wirklich. Bücher, Werbung an den Wänden, auf Handys, auf Kindles.

Kennt ja jeder: An jeder Ecke ist etwas anderes zu sehen. Man nimmt ständig und immerzu Eindrücke auf, sieht andauernd andere (schräge, witzige, merkwürdige, langweilige) Menschen. Oh, und dann sind da all die Straßenmusiker. Auf mindestens zwei solche Typen werde ich auf alle Fälle noch zu sprechen kommen, denn der Typ bei den Rolltreppen in der Station Piccadilly Circus war einfach nur cool mit seiner E-Gitarre. ;)


Ich besuchte natürlich in der berühmten Baker Street den Beatles Store (links vom Sherlock Holmes Museum), wir grübelten im nahegelegenen Regent‘s Park über dort von jemandem verlorene Schlüssel, auch der „It‘s only Rock ‚n‘ Roll“-Laden gehörte zum Programm... Scheiße, ich hab‘ schon total viel vergessen, aber definitiv hammergeil war es, bei Nacht über die Millenium Bridge (und somit über die Themse) zu spazieren, während da ständig andersfarbiges Licht geleuchtet hat.
Die (glaube ich) ersten Fish & Chips meines Lebens haben mir nicht gerade die Schuhe ausgezogen, aber gegessen haben wir zu genüge. Das gehört zum Programm. Kaffee schmeckt einfach scheiße in England, sorry. Das ist ja Wasser mit minimalem Kaffeegeschmack.

Camden Town war einfach nur fantastisch. Selbst der komische Hutverkäufer, der uns betrügen wollte, Plattenläden und Beatles-Musik... Darüber wird noch was zu schreiben sein.
Doch für heute werde ich hier mal zu einem Ende kommen, demnächst. Echt, ich fand es faszinierend, diese ganzen vielen kleinen Schuppen: Alle Läden und Gebäude sehen von außen anders und unterschiedlich aus. Irgendwie sehr liebevoll.
Hier der McDonald's direkt an der Themse.



Diese irre Lebendigkeit dieser verrückten Stadt hat mich sofort fasziniert. Nun will ich noch kurz schreiben, was wir neben zerbrochenen Toiletten im Quinns Hotel (das ist wirklich wahr) noch so erlebt haben. Lachorgien zu „People are Strange“-Gesang (von uns selber), einen Typen, der seine eigene Kotze in der Undergroundbahn betrachtet, während fast niemanden zu kümmern scheint, wie das dort stinkt (ein Kerl las lässig einen Meter von dem entfernt gemütlich seine Zeitung weiter), einen hellsehenden, coolen Straßenmusiker, der auf seiner Akustikklampfe hammerbrillante Lieder spielte, weitere sündhaft teure gekaufte Zigaretten, viele, viele Menschen und Gespräche, Guinness und Budweiser, stinkende Hotelzimmer, atemberaubenden Sonnenschein und blauen Himmel ohne Ende.
Wir besuchten eine total lässige Horror-Grusel-Show (Vorsicht, hier wird etwas verraten!), in der mir der Typ mit der Motorkettensäge entgegensprang und mir, wäre das die Realität gewesen, die Füße abgesägt hätte. Also diese Horrorshow war lässig. Ich muss schon gestehen, dass ich 3 mal (oder 4...) so ganz schön zusammengezuckt bin. Ein wenig mehr dazu ein andermal. Aber The London Dungeon war das nicht, sondern The London Bridge Experience (die hatten mein I’m not like everybody else-T-Shirt gesehen, mich angesprochen, und letztlich – haha, die Masche langweilt – natürlich (!) zu vergünstigtem „Promo“-Eintritt in Höhe von nur 14 Pfund statt 23 £ Erfolg dabei, uns in ihren Laden zu bringen.). Den Eingang fanden wir ewig nicht und dachten schon, man wolle uns verarschen.

Das recht kultige "Hotel"
300 Kilometer vor London
in Richmond. :)

Die Columbo-
Statue hat gerockt!
Wir spazierten nichtsahnend in ein sehr cooles Musikfestival nahe der Themse, erlebten eine Fahrt in solch einem (zumindest ziemlich alten) schwarzen Taxi, wobei der Fahrer nicht nur total nett war, sondern uns nachts auch noch in ‚ne sehr musikalische Ecke chauffierte. Auch erblickte ich einen der wirklich alten, roten Busse, auf die man noch hinten aufspringen kann. Oh, und auch wenn ich von Samstag auf Sonntag eine ganze Stunde Schlaf bekam (eine so coole Erinnerung ist die, wie Reinhard aus dem Nachbarzimmer auf das Baugerüst kletterte, an mein Fenster kam und seinen Kopf in mein Zimmer streckte, um mich zu wecken. Ich war tief und fest eingeschlafen), so war doch der Sonntag mit dem Besuch im Hyde Park und der Sightseeing-Tour sowie abends das Spazieren durch Soho (irgendwie finde ich diese schon komische Gegend sympathisch) und der Besuch in einem Pub wirklich cool. Sehr leckeres chinesisches oder eher anderes asiatisches Essen (wir haben praktisch die ganze Zeit gegessen, ich gebe es ja zu), wenn es auch ungewohnt war, wie die Leute von der Straße einem zuguckten, wenn man am Buffet seinen Teller füllte.
Oh, wir erlebten umgekippte Biergläser, eine schwindelerregende Zeitreise durch einen Tunnel, entdeckten in der Undergroundstation Baker Street überall Sherlock Holmes (als Fan macht das Spaß), fotografierten uns unter den Olympia-Ringen, sangen mit Engländern, wunderten uns, warum es dauernd heißt, die Sperrstunde sei abgeschafft und dennoch machen viele der Kneipen schon um 23 Uhr zu...